Der ort

Cadaqués…

Blitzweiße Häuser in enger, tiefer Bucht, überragt von der imposanten Kirche „Santa Maria“. Das Kleinod der Costa Brava! Ein Fischerort, dersich – fernab vom Massentourismus – seinen ursprünglichen Charakter bewahrt hat.

In abgeschiedener Lage und einer wildschönen, kargen Umgebung liegt Cadaqués einige Kilometer südlich des Cap de Creus. Zu erreichen ist das bildhübsche Städtchen nur über eine einzige schmale und kurvige Passstraße oder mit einem Boot übers Meer.

Ein idealer Urlaubsort für Individualisten!

Der Ort

Steile, enge und romantische Pflastergassen im Blumenschmuck, malerische kleine Plätze, typische Bars, kleine katalanische Restaurants, viele bunte kleine Läden und Galerien prägen seinen unnachahmlichen und mitreißenden Charme.

Mancher mag sich wundern, dass wir in Cadaqués ein intaktes Ortsbild ohne Hotelburgen und Hamburgerfilialen vorfinden. Warum der typische Touristenrummel der Costa Brava an Cadaqués vorbeigegangen ist?

Dies mag zu einem großen Teil der Verdienst des surrealistischen Malers Salvador Dalí sein. Er unterhielt in Port Lligat, einem Naturhafen bei Cadaqués, seinen Sommersitz (heute als Museum geöffnet) und übte einen erheblichen Einfluss auf das Gemeindeleben aus. Heute sorgt eine geschickte Stadtverwaltung, um seinen besonderen Ruf wohl wissend, dafür, dass Hotels nicht in den Himmel wachsen, sich Kunstgalerien statt Spielsalons ansiedeln und kein Mangel an sommerlichen Kulturveranstaltungen herrscht. Es wird alles dafür getan, dass das Künstlertreff-Image, das Salvador Dalí, Pablo Picasso, René Magritte, Federico Garcia Lorca, Man Ray oder Luis Buñuel dem Dorf gaben sowie die Idylle des Ortes, in den sich schon so mancher verliebte, erhalten bleiben!

Seine Geschichte

Die Geschichte von Cadaqués geht auf Tausende von Jahren zurück und war von verschiedenen Kulturen (Phönizier, Griechen, Römer und später Juden) beeinflusst. Zu viel interessante Information für einen kleinen Menüpunkt auf einer Tauchbasis-Seite. Daher möchte ich mich auf jene Aspekte und Epochen beschränken, die ihre Spuren so stark hinterlassen haben, dass man sie heute noch sehen und sich vorstellen kann, wie es gewesen sein muss. Im besten Fall kann man sogar an

Festen teilhaben, die alte Traditionen zumindest für einen Tag wieder aufleben lassen.

Begleitet mich auf eine kleine Rundfahrt durch Cadaqués! Sie beginnt noch vor dem Ortseingang.

 

Der Weinhandel

Eventuell werdet ihr euch, falls ihr das nicht schon gemacht habt, fragen, wann und wozu diese ganzen kleinen Terrassen angelegt wurden, die wir ab der Kreuzung, an der es nach Port de la Selva abgeht, bis nach Cadaqués rein und außerdem an all den anderen kleinen Hügeln um den Ort herum vorfinden.

Die paar gepflegten Olivenplantagen zwischen den meist verwilderten Terrassen lassen den Schluss zu: Cadaqués betrieb früher bestimmt einen größeren Oliven- und Olivenölhandel. Ja, aber nur notgedrungen, die richtige Antwort finden wir im 18. und 19. Jahrhundert.

Die Reblaus zerstörte damals auf brutale Art und Weise die größte Einnahmequelle des Dörfchens, das neben der Fischerei fast ausschließlich vom Weinhandel lebte. Dieser Weinhandel florierte im 18. Jahrhundert und Anfang des 19. Jahrhunderts derartig, dass Weine aus Cadaqués bis ins Ausland verkauft wurden.

El contraband - Der Shumuggel

Die Reblausplage und das Ende des Weinhandels trugen maßgeblich zur Stagnation und Verarmung der Bevölkerung bei. Als Reaktion darauf griffen die Einheimischen wieder zu einer bereits vergessenen Maßnahme: dem Schmuggeln.

Wer sich einmal auf diesen Gedanken einlässt und mich auf eine Wanderung auf dem ehemaligen Schmugglerpfad und heutigem „Camí de Ronda“ zum Cap de Creus begleitet, dem fällt es nicht schwer, sich Cadaqués als blühendes, kleines Schmugglernest vorzustellen. Die Nähe zu Frankreich, die Abgeschiedenheit, getrennt vom Rest der Welt, nur über See oder eine unbequeme Passstraße erreichbar, umrandet von einer rauen, scharfkantigen Felsküste voll gefährlicher Untiefen – da war es ein Leichtes, große Handelsschiffe mit Hilfe von Irrlichtern auf die Klippen laufen zu lassen und sie dann in aller Ruhe auszurauben! So verwundert es auch nicht, dass das bekannte Restaurant Cap de Creus ursprünglich eine Anfang des 19. Jahrhunderts im Niemandsland gebaute Militär- und später Guardia-Civil- -Kaserne war. Seine einzige Funktion war die Unterbindung des Schmuggels und der Plünderei am Cap de Creus.

Cadaqués und die Seefahrt

Die bereits beschriebene Abgeschiedenheit barg auch große Nachteile. So musste sich Cadaqués über Jahrhunderte hinweg immer wieder vor

Piraten verteidigen. Im 16. Jahrhundert fiel bei einem dieser Angriffe, die Vorgängerin der heutigen Kirche Santa Maria dem türkisch-algerischen Piraten

Cheireddin Barbarossa zum Opfer und brannte vollständig ab. Cadaqués und die Seefahrt Im Laufe der Zeit wurde das Mittelmeer sicherer, und als Folge dessen wuchs das Dorf und dadurch etablierten sich Industrie, Geschäftsleben und Überseehandel.

An die Fischerei erinnert nicht mehr viel. Im Naturhafen Port Lligat habt ihr allerdings die Gelegenheit, noch einige vom Fischfang lebende Fischer zu treffen.

In dem ein oder anderem Laden außerhalb von Cadaqués stolpert ihr eventuell über das Produkt „Anchoas de Cadaqués“: ein kleines Gläschen mit in Öl eingelegten Sardellen, das als Qualitätsprodukt und Andenken an einen früher sehr erfolgreichen Fischhandel erinnert.

Eine traditionelle Regatta erinnert jedes Jahr Anfang September zur Festa Major (den größten Ortsfeierlichkeiten) an die ehemalige große Seefahrer-Kultur. Dabei darf ausschließlich mit Vela-Latina-Booten teilgenommen werden. Bei den sogenannten Lateinerbooten handelt es sich um einfache, traditionelle Segelboote mit einem typischen einmastigen Rigg und einem einzigen Lateinersegel.

Cadaqués und seine Kunstgeschichte

Cadaqués und seine Kunstgeschichte Künstler wie Federico Garcia Lorca, Pablo Picasso und Joan Miró besuchten Cadaqués und trugen zur Bekanntheit des Ortes bei. Salvador Dalí verbrachte Teile seiner Kindheit in Cadaqués und ließ sich nach seiner Rückkehr aus New York an der Bucht von Port Lligat am Hafen nieder.

Der Ort entwickelte sich daraufhin immer mehr zu einem Anziehungspunkt für Künstler: André Breton, Gabriel Garcia Márquez, Luis Buñuel, Marcel Duchamp, Paul Éluard, Max Ernst, Jo Micovich, Maurice Boitel, Man Ray und andere wurden von der Ausstrahlung Cadaqués angezogen, die bis heute nachwirkt. Nach wie vor könnt ihr in den kleinen cadaquésischen Gassen nicht nur Ausstellungen der oben genannten Künstler finden, sondern auch eine Vielzahl verschiedener, kleiner Galerien und Ateliers für euch entdecken. Dort versuchen junge, noch unbekannte Künstler, angezogen von der Magie des Ortes, ihr Glück.